Koordinierungs- und Beratungsstelle

Personelle Unterstützung für die Region Mecklenburg und Vorpommern

Lesben, Schwule, Bisexuelle sowie Trans- und Inter-Menschen (LGBTI*) machen mit ihren individuellen Lebensentwürfen einen großen Teil der gesellschaftlichen Vielfalt in unserem Bundesland aus. Gerade gegenüber Menschen, die sich noch in einer Umbruchsituation befinden und auf der Suche nach ihrer eigenen Identität sind, muss Panikmache verhindert und ihnen dabei geholfen werden, mehr Sicherheit und Angstfreiheit in persönlichen Beziehungen erleben zu können.

Laut einer Studie der Universität Leipzig fänden es 40 Prozent der Befragten „ekelhaft“, wenn Homosexuelle sich in der Öffentlichkeit küssen. Zudem gebe es im rechtsextremen und -populistischen Spektrum massiven Widerstand gegen die Gleichstellung von Homosexuellen.

Die Studie „Coming-Out - und dann?“ des Deutschen Jugend Instituts (2015) stellt fest, dass 82 % der befragten Jugendlichen Diskriminierung aufgrund ihrer sexuellen und geschlechtlichen Identität erfahren haben, vor allem im öffentlichen Raum. Trans* Personen erleben Abwertung und Feindseligkeit in der Öffentlichkeit am häufigsten. 

Die Chancen, das Alter psychisch und physisch vital und gesund zu erleben, sind in den letzten Jahren deutlich gestiegen. Das trifft aber nicht für alle Menschen gleichermaßen zu. Wohlstand und soziale Sicherheit, Selbstbestimmung und soziale Vernetzung sind unbestritten lebensverlängernde Faktoren. Aus Untersuchungen ist bekannt, dass viele Lesben und Schwule Angst davor haben, pflegebedürftig und in Einrichtungen ausgegrenzt zu werden. Dies trifft auch für trans- und intergeschlechtliche Menschen zu (z. B. Studie „Unterm Regenbogen – Lesben und Schwule in München, München 2004).

Aufgrund des leider wieder steigenden Homo- und Tranes*-Feindlichkeit in weiten Teilen der Bevölkerung sind LSBTI* besonderen psychosozialen Belastungen ausgesetzt. Die zusätzlichen Belastungen – auch Minoritätenstress genannt – ergeben sich durch befürchtete und tatsächliche Diskriminierungs- und Gewalterfahrungen im alltäglichen Leben.

Queere Geflüchtete trifft es doppelt – wenn ihre sexuelle oder geschlechtliche Identität bekannt wird – sind sie häufig Anfeindungen, Diskriminierungen oder gar physischen Übergriffen ausgesetzt. Sie gehören zu einer vulnerablen und damit besonders schutzbedürftigen sozialen Gruppe. Weitere Probleme können entstehen, wenn sie sich vor Dolmetscher*innen oder Sprachmittler*innen aus ihren Herkunftsländern offenbaren müssen und/oder diese bei Konflikten vermitteln sollen. Dolmetscher*innen, die nicht homo- oder transphob sind und den Geflüchteten vorurteilsfrei begegnen, sind unverzichtbar – gerade im Asylverfahren und in der Beratung.  

Der Landesverband möchte in der Region Mecklenburg und in der Region Vorpommern jeweils eine Koordinierungsstelle schaffen.

Die Koordinierungsstelle wird in ihrer Arbeit durch eine Steuergruppe/ Arbeitsgruppe unterstützt, in der Expert*Innen aus den verschiedenen Diversity-Bereichen vertreten sind.

Die Mitglieder der Steuergruppe unterstützen bei der Umsetzung von Maßnahmen in den jeweiligen Bereichen.

Es werden 1,5 VBE als Berater*In benötigt. Die Einstufung erfolgt als Dipl. Soz. Päd. / Soz. Päd. BA, Erzieher*In oder vergleichbare Abschlüsse in Anlehnung an TVL. 

Einsatzort: 

Region Ost Stralsund, Neubrandenburg, Greifswald 

Region West Schwerin, Wismar, Rostock 

Folgende Schwerpunkte beinhaltet die Arbeit der Koordinierungsstelle:

  • Antidiskriminierungsarbeit
  • Sichtbarmachen des Themas LSBTI* in der Region heißt Öffentlichkeitsarbeit
  • Aktionen bzw. Gruppen vor Ort 
  • Vernetzungsarbeit landesweit
  • Konzeption und Umsetzung von Einzelprojekten
  • Projektkoordination / Projektorganisation
  • Abbau von Diskriminierung und Förderung der Akzeptanz von LSBTIQ* (Lesben,   

            Schwule, Bisexuelle, Trans*- ,Inter*- und queere Menschen)

  • Multiplikator*innenarbeit
  • Fachliche Begleitung der Anlaufstellen für LSBTI*, Beratung, Hilfe, Krisenintervention
  • Fortbildung von ehren- und hauptamtlichen Mitarbeiter*innen in der Hilfe für Geflüchtete
  • „Queer Refugee Support“ (Beratungsangebot und angeleitete Selbsthilfegruppen)
  • Fortbildung zu den Bedürfnissen von LSBTI* in Heimen und Pflegeeinrichtungen etc.

Die Aufgaben und Ziele der Koordinierungsstelle sind darauf ausgerichtet, die Akzeptanz und Gleichstellung sexueller- und geschlechtlicher Vielfalt in allen gesellschaftlichen Bereichen zu erhöhen.

  • Ausgrenzung und Benachteiligung abzubauen,
  • bei der Gestaltung förderlicher Rahmenbedingungen mitzuwirken,
  • für die Belange von Lesben, Schwulen und Transidenten zu sensibilisieren.

Aufgaben der Begleitung/Evaluation

- Evaluation über den Erfolg anhand von anonymen Fragebögen. Es gibt auch die    

  Möglichkeit, ein anonymes Feedback zu geben.
- Professionelle Begleitung der Koordinierungsstelle
- Eigenverantwortliche und selbstständige Durchführung und Auswertung anhand von  

   entwickelten Indikatoren, qualitativen Interviews, quantitativen Erhebungen u.a.
- Erstellen von Zwischenberichten
- Erstellen eines Abschlussberichtes über die Wirkung der Maßnahmen
- Aufbereitung der Evaluationsergebnisse für die Öffentlichkeit

- Allgemeine Dokumentation

- Statistik, Messzahlen etc.

wird weit gewährleistet durch:

  • Fort- und Weiterbildung von haupt- und ehrenamtlich tätigen MitarbeiterInnen
  • Teamberatungen
  • Supervision
  • Info-Austausch zwischen den Vereinen und Verbänden
  • Regelmäßige Arbeitsbesprechungen und Auswertungen von Veranstaltungen
  • Hospitationen in anderen Einrichtungen etc.
  • Personale Qualifikation wie Studium neuester Kenntnisse (aus Literatur und Internet)
  • Überprüfung und Überarbeitung von vorhandenen Konzepten
  • Vernetzung mit anderen Einrichtungen und Vereinen
  • Festhalten von Ereignissen auf Foto und Video
  • Presseartikel sowie Beiträge im Rundfunk und Fernsehen
  • Statistiken erstellen und auswerten
  • Protokolle und Aufzeichnungen
  • Teilnehmerliste bei Veranstaltungen
  • Besucherbefragungen
Koordinierungs- und Beratungsstelle Ost
Stefanie Kupfer B.A.
Projektmitarbeit
Koordinierungs- und Beratungsstelle LSBTI* Region Ost
Mobil: 015223029375
Bürozeiten:
Montag 10 bis 12 und 13 bis 16 Uhr
Mittwoch 09 bis 12 und 13 bis 16 Uhr
und nach Vereinbarung
Koordinierungs- und Beratungsstelle West

Mandy Hamann
Koordinierungs- und Beratungsstelle Region West

Lübecker Straße 43
19053 Schwerin
Tel.: 0385-75889222
Fax: 0385-5811926
m.hamann@gaymeinsam-mv.de

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Dienstag 13.00 bis 18.00 Uhr
Donnerstag von 09.00 bis 13.00 Uhr
und nach Vereinbarung